Jormund - Elementarkräfte der Besessenen

Der Hauptroman über die Insel, die mit Besessenen bevölkert ist.

 

Macht hat immer einen Ursprung.

 

Die Macht des Besessenen namens Rael stammt von einem Elementargeist, der seinen Körper verstärkt und ihm zerstörerische Kräfte verleiht. Sein Ziel: Die Akzeptanz der Menschen.

 

Obwohl er mit der Neu-Besessenen Jotaka an seiner Seite eine friedliche Annäherung an die Menschen sucht, stellt sich bald heraus, dass ein offener Konflikt unvermeidbar ist. Jotaka bemerkt, dass Rael seine Kräfte nicht so gut unter Kontrolle hat, wie es scheint…

 

ISBN: 978 3754314210

PREIS: 10,00€


 

 

 

 

Fakten zum Buch

  • Covergestaltung und Illustration: Clara Schulze Mönking
  • Erscheinungstermin:  21. August 2021
  • Enstehungszeitraum: 2020-2021
  • Seiten: 232
  • Mit Karte der Insel Jormund
  • Mit Lexikon

PRESSESTIMME

 

►LESEPROBE E-BOOK

Karte Jormunds

Leseprobe

 

Schon bald knirschte der Schnee unter ihren Füßen.

Jotakas Beine schmerzten vor Kälte, obwohl sie inzwischen Raels Jacke trug, die bis zu ihren Knien reichte. Mitleidig betrachtete er sie. Immerhin war es hier oben windstill.

 

»Wir können hierbleiben«, sagte er, nachdem er sich einmal um die eigene Achse gedreht hatte, um die Umgebung zu betrachten. Obwohl sie sich ebenfalls umsah, konnte sie nichts Besonderes erkennen. In den Büchern hatte sie gelesen, dass man Elementare mit dem bloßen Auge nicht sehen konnte. Sie wurden erst sichtbar, wenn sie von unnatürlichem Licht beleuchtet wurden. Konnte Rael sie sehen? Besagter Mann hatte einen großen Stein von Schnee freigeklopft und winkte sie nun zu sich. Elegant setzte sie sich auf den Stein, bereute es jedoch sofort. Eisige Kälte durchdrang ihre Jacke und umschlang ihre ohnehin schon tauben Beine. Sie biss die klappernden Zähne zusammen und verzog das Gesicht. Das würde zu einer Blasenentzündung führen, ganz sicher.

 

»Huch, schon ganz kühl«, bemerkte auch Rael, bevor er sich neben sie plumpsen ließ. Seine Arme waren unbedeckt und auch sonst war sein Körper alles andere als isoliert.

 

»S-Siehst d-du d-d-die E-Elementare?«, bibberte Jotaka.

 

»Nein. Ich spüre ihre Anwesenheit nur.«

 

Mit diesen Worten zog er aus seiner Umhängetasche eine Fackel heraus. Öl klebte an den Lappen, welche man um den hölzernen Stiel gewickelt hatte. Ihr überreichte er ein Streichholz. Zittrig schwang sie es mehrere Mal über den Stiel der Fackel, bevor sie ihn erwischte. So schnell sie konnte hielt sie die kleine Flamme an die Fackel, welche erstaunlich gut anfing zu brennen.

 

»Bleib sitzen«, befahl er, während er aufstand und ein wenig umherwanderte. Plötzlich erschien dicht neben ihm ein nebliger, weißlicher Klumpen, der vor sich hin waberte. Es war hell, daher hätte die Fackel eigentlich nichts bringen müssen, aber dennoch erschien er nur in ihrem schwachen Schein. Der Klumpen hatte die Größe von zwei zusammengedrückten Fäusten. Auf Jotaka wirkte es beinahe wie eine Wolke. Ihr Gesicht strahlte vor Begeisterung. Die Kälte war für diesen Moment vergessen.

 

»Ein Eis-Quell-Elementar«, erklärte der Besessene, »man erkennt ihn daran, dass er kein besonderes Aussehen hat. Einfach nur elementare Masse.«

 

Inzwischen war die elementare Masse aus dem Fackelschein herausgewabert und hatte sich aufgelöst. Jotakas Mund stand offen. Ein Wölkchen. Das war irgendwie süß.

 

Mit einem Mal erschienen immer mehr Wölkchen in Raels unmittelbarer Umgebung. Sie waren unterschiedlich groß, anders geformt und bewegten sich unterschiedlich.

 

»Das ist ungewöhnlich«, meinte Rael knapp. Er klang ein wenig besorgt.

 

»Was?«

 

»Elementare sammeln sich gerne um einen Besessenen, aber so gerne auch wieder nicht.«

 

Nach kurzem Zögern trat er durch die wabernden Elementare dichter zu Jotaka. Hier befanden sich noch mehr von ihnen.

 

»Echt seltsam«, wiederholte er, schüttelte dann aber den Kopf. Egal. Deshalb waren sie nicht hier. Schnell deutete er auf einen Elementar, über dessen wolkigen Körper kleine, unscheinbare Blitze zuckten und erklärte ihr, dass dies ein Verstärker sei. Kurz darauf zeigte er auf einen Elementar, der einen weißen Stein in seinem inneren zu tragen schien. Dies war eine Infusion.

 

Jotaka hatte ihre Fäuste inzwischen an ihre Wangen gepresst und sah den kleinen Wesen bei ihren unkontrollierten Bewegungen zu. Unglaublich, dass in ihren eine solch gewaltige Kraft steckte. Besonders fasziniert betrachtete sie einen kleinen Elementar mit einem Stein in seinem inneren, der kaum größer als eine Murmel war. Er vollführte kleine Zick-Zack-Bewegungen, während die Murmel sich im Kreis drehte.

 

»Den will ich«, flüsterte sie.

 

»Du musst nicht flüstern«, antwortete der Mann und schnaubte belustigt auf.

 

»Um den Pakt zu schließen, musst du dich willig zeigen.«

 

Jotaka hob irritiert eine Augenbraue.

 

»Nein, so meine ich das nicht! Du musst dich öffnen, dem Elementar hingeben. Zeige ihm, dass er bei dir gut aufgehoben ist«, korrigierte Rael hastig.

 

»Okay. Und wie?«

 

»Bleib einfach dort sitzen. Schließe deine Augen und atme tief ein und aus. So entspannst du dich ein wenig.«

 

Sie folgte seiner Anweisung, auch wenn die Entspannung aufgrund der Kälte in ihrem Körper kaum kommen wollte.

 

»So. Und jetzt bist du eine Tür.«

 

»Was?«

 

»Stell dich als Tür vor. Du stehst offen, bist nicht abgeschlossen. Aus dir kommt ein einladender Kerzenschein.«

 

Obwohl seine Anweisungen äußerst seltsam waren, stellte sie sich als offene Tür im Kerzenschein vor.

 

»Gut, gut. Die Elementare spüren das. Sie kommen näher zu dir.«

 

Der Drang, die Augen zu öffnen, wuchs, doch noch konnte sie ihm widerstehen. Was geschah um sie herum?

 

»Öffne deine Augen langsam«, erlöste Rael sie von ihrer Neugier. Vor ihr tummelte sich ein Dickicht aus schillernden Wolken. Sie leuchteten jetzt plötzlich.

 

»Sie leuchten, weil auch sie bereit sind. Entscheide dich für einen, strecke deine Hand aus und umschließe ihn mit deiner Faust.«

 

Durch das Gedränge sah sie, dass Rael die Fackel im Schnee ausgedrückt hatte und sich in selbigen hingekniet hatte. Es hatte etwas andächtiges, wie er mit seiner rauen Stimme ruhig auf sie einredete.

 

Nachdem ihr Blick über die selbstleuchtenden Elementare gehuscht war, sah sie wieder den Elementar mit der Murmel. Die zuckenden Bewegungen hatten abgenommen und er waberte bloß ein wenig hin und her. Langsam, als würde sie ihn sonst verschrecken, streckte sie ihre Hand aus. Der Elementar bewegte sich nicht weg, sodass sie ihre Hand langsam um ihn schließen konnte. Es fühlte sich an, als ob sie lediglich Luft ergriff, doch als ihre Hand vollends zur Faust geballt war, verkrampften die Muskeln in ihrem Arm.

 

»Halte Stand«, sprach der Besessene wie durch eine dicke Schicht Nebel hindurch. Rapide ließ der Schmerz im Arm nach. Jotaka spürte ihre Umgebung deutlicher als zuvor und ihre Müdigkeit verschwand. Ebenso verschwand die Kälte aus ihrem Körper. Nein, sie verschwand nicht, ihr Körper kam nur besser mit ihr zurecht. Die anderen Elementare hörten auf zu leuchten und verblassten allmählich.

 

Mehr "Jormund" ist in Arbeit!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jormund wird noch lebendiger   

 

 

Mehrere Geschichten aus der Welt von Jormund, die lange nach der Handlung des Hauptwerkes spielen, werden sich in dieser Geschichtensammlung befinden.

 

 

Voraussichtliches Erscheinungsdatum: TBD